Ein Jahr intensive Yogapraxis: Ein Rückblick

Hallo ihr Lieben. Ich wollte mich mal wieder zu Wort melden und meine Erfahrungen nach einem Jahr intensiver Yogapraxis teilen. Wie die, die mich persönlich kennen wissen, praktiziere ich Yoga bereits seit vielen Jahren…so dachte ich zumindest. Bis Anfang letzten Jahres hatte ich meine Flexibilität und Kraft mit Asanas trainiert. Mehr als reine Körperübungen waren das jedoch nicht. Natürlich habe ich mich ab und zu gewundert wie entspannend es sein kann nach einer intensiven Session in Savasana (der Endentspannung) zu liegen aber dem Thema Entspannung und deren Wirkung auf den Körper und Geist hatte ich nicht all zu viel Aufmerksam gewidmet. Vermutlich benötigt alles seine Zeit und ich hatte damals einfach noch nicht das Interesse tiefer einzusteigen. Für mich war Yoga einfach ein Trainingsprogramm und nicht mehr. Heute weiß ich, dass es ein Lifestyle ist und nicht nur das – es ist ein jahrtausende altes Heilmittel, welches die Perspektive auf Vieles komplett verändern kann. Hier muss ich immer an eine Begegnung mit einer Yogalehrerin auf Koh Tao Ende 2012 denken. Ich hatte während unseres Thailandurlaubs einen Abendkurs Yin Yoga besucht. Dieser hat mir Einiges abverlangt und nach der Endentspannung fühle ich mich großartig. Anschließend sprach mich die Yogalehrerin an und fragte, ob es mir denn gefallen habe und ob ich wieder komme? Wir kamen dann ins Gespräch und ich konnte von ihr weitere Informationen über Yoga und dessen Wirkung auf Körper und Geist in Erfahrung bringen. Ich fragte sie nach ihrer Motivation, weshalb sie Yogalehrerin wurde und sie sagte mir, dass sie während der Ausbildung sehr viel über sich erfahren habe und nun wüsste, wie sie sich selbst, im Rahmen der Möglichkeiten des Yoga, heilen kann. Das fand ich super spannend und es motivierte mich mehr zu erfahren. Ich habe dann nach unserer Rückkehr aus Thailand diverse Kurse in Deutschland besucht und gemerkt, dass mein Wissensdurst immer größer wurde. Dies war damals mein Anstoß und meine Motivation, die Ausbildung zur Yogalehrerin zu absolvieren.

Nach meiner Ausbildung habe ich angefangen mir eine regelmäßige Praxis, bestehend aus Meditation, Asanas, Pranayamas und weiterführender Yogaliteratur aufzubauen. Es war und ist mir sehr wichtig das Gelernte beizubehalten und zu vertiefen. Rückblickend nach über einem Jahr kann ich sagen, dass dies für mich das Beste war, was ich tun konnte.

Lange Zeit vor der Ausbildung habe ich bereits gespürt, dass ich einen Perspektivenwechsel benötige. Vieles erschien mir so nichtssagend und unbefriedigend in meinem Leben. Yoga hat meinen Fokus komplett zum Positiven verändert. Es ist als wäre eine Tür zu meinem wahren Selbst aufgestoßen worden, die sich nie mehr schließen lässt. Eine Tür zu Glück und einer ungeahnten inneren Ruhe, Selbstliebe, Akzeptanz und Zufriedenheit. Hieran knüfpe ich täglich an und intensiviere mein Wissen. Es fühlt sich unglaublich richtig und so wahr an. Früher habe ich oft unbewusst agiert, war launisch, unzufrieden und konnte gar nicht greifen woran dies denn letztendlich lag. Oftmals war ich auch erschrocken über mein Verhalten anderen und mir selbst gegenüber. Dies versinnbildlichte mir mein seelisches Ungleichgewicht. Weder war ich die Herrin meiner Gedanken noch hatte ich meinen Körper unter Kontrolle. Ich war ständig auf der Suche nach einer Befriedigung der Sinne. Egal was – Hauptsache Ablenkung…aber wovon? Vor allem von mir selbst. Ich konnte es einfach nicht ertragen mich mit mir und meinen Bedürfnissen auseinander zu setzen. Danach zu leben was mir guttut. Allein der Gedanke daran bereitete mir damals Bauchschmerzen. Hilfe Veränderung! Ich spürte es muss sich etwas ändern aber ich dachte der Weg wäre viel zu steinig und die Flucht in die kurzfristigen Sinnesfreuden erschien mir da viel leichter. Das dies alles verschlimmerte wurde mir erst langsam klar. Was ich wirklich möchte und was mir guttut wusste ich nicht mehr. Zuvor habe ich meine Bedürfnisse über viele Jahre ausgeblendet und ignoriert und daher wohl auch verlernt auf meine innere Stimme zu hören bzw. hat meine innere Stimme sich verändert und mir falsche Signale gesendet, da ich Raubbau mit meinem Körper betrieben habe. Dabei ist es so wichtig, sich zu erkennen und zu wissen, was man wirklich möchte. Wo ich früher gerne unbewusst in den Tag, die Wochen, die Jahre hineingelebt habe und dachte das sei doch eine tolle Entspannung zu tun und zu lassen was ich will, weiß ich heute, dass dies für mich gerade das Gegenteil darstellt. Es macht mich unzufrieden kostbare Zeit sinnlos zu vergeuden. Auch soll mein Leben nicht mehr auf das nächste große Event (die nächste große Ablenkung) ausgerichtet sein. Vielmehr möchte ich den Moment voll auskosten und erleben können. Das dies der einzige Augenblick ist, in dem das Leben tatsächlich stattfindet, habe ich erst wieder lernen müssen. Das Wissen darum gab mir unermesslich viel Lebensqualität zurück. Heute erinnere ich mich daran, dass ich mich so als Kind bereits gefühlt habe…als ich behütet, frei und vollkommen im Jetzt war. Ich hatte ein Urvertrauen und jetzt habe ich es wieder gefunden.  Z.B. mache ich mir heute keine Sorgen mehr um die Zukunft, wenn ich im Beruf einen Vortrag halten muss oder etwas Unangenehmes ansteht etc. Dies hätte mich früher bereits Wochen zuvor aus der Ruhe gebracht…naja, nicht wirklich…ich hatte ja gar keine Ruhe. Nun verlasse ich mich einfach darauf, dass ich in diesem Moment alles Notwendige zur Verfügung habe was ich benötige und ich es gut machen/es schaffen werde und wenn nicht, dann ist es auch kein Beinbruch. Aus der Erfahrung weiß ich mittlerweile, dass es doch sowieso immer anders kommt als geplant. Warum dann verrückt machen und das Jetzt hierdurch verlieren? Mein Yogalehrer sagte mir einmal, dass diese Lektion für das seelische Gleichgewicht extrem wichtig ist. Die Vergangenheit verursacht in uns oftmals Depressionen und daraus entstehen Glaubenssätze wie: Ohje, das hat doch noch nie funktioniert, daher wird es dies auch in Zukunft nicht…und die Zukunft ist dann automatisch mit einer ängstlichen Grundeinstellung belegt. Wir verkriechen uns, wir wagen nichts Neues, wir verharren in dem immer gleichen Gedankenmodell und wundern uns warum wir nicht vom Fleck kommen. Das Jetzt findet quasi nie statt. Er sagte mir bleibe im Moment und hab aber den nächsten Stolperstein im Blick. Das ist die perfekte Ausgangslage für ein glückliches Leben. Diese Weisheit rufe ich mir immer wieder ins Gedächtnis.

Aber wie bleibt man im Jetzt? Für mich funktioniert dies am allerbesten, wenn ich meine Routine pflege. D.h. ich übe regelmäßig Asanas, dynamisch und statisch. Hier achte ich vor allem darauf, wie mein Körper reagiert. Ich bleibe fokussiert und weiß auch, dass mein Körper viel mehr aushalten kann, als meine Gedanken ihm signalisieren. Ich halte die Asanas länger aber bin auch sehr achtsam, dass ich keine Grenzen überschreite…beachte, z.B. auch immer meine aktuelle Tagesform. Eine regelmäßige Praxis ist für mich sehr wertvoll und hilft mir dabei achtsam mit mir und meiner Umgebung zu bleiben. Auch Pranayamas, die yogischen Atmenübungen, sind für mich fester Bestandteil meiner Routine. Hier kann ich völlig abschalten und mich vollends auf die Atmung und deren Wirkung auf meinen Körper beobachten. Es gibt Atemübungen, die einem helfen die Müdigkeit loszuwerden und Atemübungen, die das Gegenteil bewirken – eine tiefe Entspannung. Je nach Gefühlszustand oder Tageszeit, übe ich das ein oder andere und bleibe auch hier immer im Moment bei meinem Körper und den Wirkungen der Übung. Ein weiterer Bestandteil meiner Praxis ist die Meditation. Durch Meditation habe ich am meisten über mich selbst erfahren können. Wie hilfreich es sein kann sich auf eine Sache vollends zu konzentrieren, habe ich durch sie gelernt. Früher war meine Konzentration quasi nicht vorhanden. Dies ist mir unter anderem beim Lesen eines Buches oft aufgefallen. Kaum hatte ich eine Seite gelesen wurde mir klar, dass ich den Inhalt schon wieder vergessen habe, da ich gar nicht wirklich anwesend war. Auch Zuhören fiel mir sehr schwer. Schnell ließ sich mein Gehirn von anderen Eindrücken ablenken und zog die einfache Ablenkung der „anstrengenderen“ Alternative vor. Eine 10-minütige Meditation täglich hilft mir den Gedankenwust im meinem Kopf (wir alle haben im Durchschnitt täglich ca. 12.000 Gedanken) zu kontrollieren. Das Ganze nennt sich im Fachjargon Monkey Mind und man kann es sich genauso vorstellen. Das Gehirn springt, wie ein Affe an der Liane, von Gedanken zu Gedanken und ruht nie. In diesem Zustand des Nichtfokussierens ist es natürlich schwer zu sich und seinem Inneren zu finden. Daher gilt es durch Meditation die Gedanken zur Ruhe zu bringen und die Konzentration beizubehalten. Zu wissen, dass ich nicht jedem Gedanken nachhängen und ihm Aufmerksamkeit zu widmen brauche ist Gold wert. Vielmehr sehe ich die Gedanken heute als Wolken am Himmel. Sie ziehen vorüber und letztendlich sind es doch wissenschaftlich gesehen auch nur elektrische Impulse unserer Hirnzellen. Wieso also viel Drama darum machen 😉

Außerdem verbringe ich viel Zeit in der Natur und an der frischen Luft. Ich liebe es mit allen Sinnen das Jetzt zu erkunden und vollkommen present zu sein. Wie wundervoll ist es an einem warmen Sommertag durch den kühlen Wald zu laufen, die Vögel zwitschern, es duftet nach Wald und Sommer. Es gibt so viel zu erkunden und wahrzunehmen, wenn man sich darauf einlässt und es zu schätzen weiß.

Ich bin sehr dankbar darüber, dass ich heute durch meine Praxis viel besser genießen und meinem Leben eine neue Qualität gegeben habe. Yoga ist für mich nicht nur körperliche Flexibilität sondern vor allem eine kraftvolle Methode für seelische Stabilität. In diesem Jahr sind so viele wundervolle Dinge geschehen, habe ich so viele tolle, inspirierende Menschen getroffen und täglich sehe ich Neues für das ich dankbar sein kann.

Durch die Arbeit mit meinen Yogaschülern erhalte ich viele Rückmeldungen, die in eine ähnliche Richtung gehen. Es freut mich immer sehr zu hören, wenn Yoga ihnen ein Umdenken ermöglicht. Das ist für mich das Schönste daran…mein Wissen zu teilen und andere glücklich zu sehen.

Sending Santosha!

Namaste

Love & Light

 

Teil 16: Die vier Säulen des Yoga – wie erschaffe ich eine gesunde Routine?

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Es gibt die Vier Säulen des Yoga, welche die Basis bzw. das stabile Fundament für die weitere Praxis bilden. Hier geht es darum, den Acker zu bestellen, um ein bestmögliches persönliches Wachstum zu erzielen. Hauptsächlich wird der aktuelle Lebensstil betrachtet und dem yogischen Lebensstil angepasst. Wo gibt es Optimierungsbedarf? Der Schlüssel zum Erfolg liegt in den täglichen Routinen. Oftmals tuen wir Dinge aus Gewohnheit, ohne ihre Wirkung auf unsere Psyche oder unseren Körper zu hinterfragen. Ziel ist die Schaffung optimaler Bedingungen für eine persönliche Weiterentwicklung und das Erkennen und Abgewöhnen ungesunder Angewohnheiten. Doch wie sieht dieser yogische Lebensstil genau aus? Was ist nötig, um die für das Üben notwendige Konzentration zu erlangen und sie auch zu erhalten; Wie kann ich diese Konzentration nutzen, um das angeeignete Wissen optimal zu verarbeiten.

Bei den vier Säulen des Yoga denke ich wieder an den Mangobaum und an das bestmögliche Umfeld, welches die größten und schönsten Mangos hervorbringt. So sollte man auch sich selbst für Yoga vorbereiten und ein fruchtbares Umfeld erzeugen. Durch das Befolgen unten genannter Punkte wird der Weg geebnet:

1. Ahar: Bedeutet, dass man sich um seinen Input kümmert. Die erste Säule des Yoga stammt aus dem Ayurveda, welches sehr eng mit den yogischen Lehren verbunden ist. Mit Input sind sowohl die Nahrung, die man zu sich nimmt, als auch Informationen, die man aufnimmt (Menschen, Filme, Bücher etc.) gemeint. Eben alles was man konsumiert und mit dem man sich umgibt. Man sollte darauf achten, dass hier eine Balance herrscht. Ahar unterteilt sich nochmals in 3 Kategorien:

sattvik: Nahrung, die leichtverdaulich und gesund ist wie, z.B. Früchte, Gemüse, Nüsse, Vollkornprodukte, brauner Zucker, ungesättigte Fettsäuren – kurzum gesundes unbehandeltes Essen, das frisch zubereitet oder roh gegessen wird. Der menschliche Körper ist ein Organismus, den es gesund zu halten gilt. Ein kranker Körper ist hinderlich in der Entwicklung. Frei nach dem Motto: Mein Körper ist mein Tempel. So soll man ihn behandeln. Es geht aber auch darum gesunde Informationen, z.B. Menschen, die einen inspirieren, gute Bücher, Filme etc. in das eigene Leben zu integrieren. Wichtig ist, dass man ehrlich darauf achtet und in sich hineinhört, was einem wirklich guttut.

rajasik: Dieser Input macht den Menschen unglücklich und löst Aggressionen aus, z.B. der Konsum von Fleisch, Eiern, Fisch und auch alle Stimulanzien wie Kaffee, Alkohol, Tabak, Drogen. Alles was den ursprünglichen Körper verändert – kann nicht zur Balance beitragen. Hierunter fallen auch, z.B. zu viele Tomaten, Ingwer, Chillis, Knoblauch und Zwiebeln. Dies hängt damit zusammen, dass diese Lebensmittel eine heilende Wirkung besitzen und im Übermaß konsumiert den Körper auslaugen. (Hierdurch wurde mir auch klar warum zu viel Knoblauch so einen schrecklichen Brand verursacht).

tamasik: Hierunter fällt all das abgepackte Essen, welches mit Zusatzstoffen (Geschmacksverstärkern, Farb- und Konservierungsstoffen etc.) behandelt wurde. Um eine Abhängigkeit des Konsumenten zu erzeugen, werden diese Füllstoffe (Nahrung möchte ich es nicht nennen) mit Geschmacksträgern wie Fett, Zucker und Salz bearbeitet. Ziel ist die Bindung des Konsumenten an das entsprechende Produkt oder die Marke. Man möchte es gerne immer wieder essen, da es so intensiv schmeckt. Dieses Essen macht einen jedoch träge und die Konzentration wird dadurch beeinträchtigt. Man fühlt sich taub und depressiv, wenn man ausschließlich diese Nahrungsmittel zu sich nimmt.

Fazit: Es gibt einen schönen Satz den jeder kennt: Du bist was Du isst. In der heutigen Zeit kann man gerade in den westlichen Ländern beobachten, dass die Anzahl der an Übergewicht leidenden oder ernährungsbedingt erkrankten Menschen immer größer wird. Die erste Säule des Yoga bildet daher ein wichtiges Fundament und beinhaltet eine ganz klare Message: Achte auf deinen Körper – auch vor dem Hintergrund der seelischen Gesundheit. Es ist einfacher mental gesund und stark zu bleiben, wenn der Körper gesund ist. Gerade als Yogaschüler sollte man also einer Diät folgen, die den Fokus auf der sattviken Ernährung hat, um die bestmöglichen Ergebnisse für Körper und Geist zu erzielen. Wer Yoga praktiziert folgt zudem den Lehren (Sutren) des Ashtangayoga (des Achtgliedrigen Pfades) nach Patanjali (diesen werde ich später noch erläutern). Eine Voraussetzung dieser Lehren, um Balance zu erlangen, ist die bewusste Entscheidung zur Gewaltlosigkeit (Ahimsha genannt). Yogaschüler wählen daher oft eine Ernährung, die frei von Leid ist. Tiere essen passt nicht in den yogischen Lebenswandel und auch der eigene Körper soll nicht durch falschen Input leiden. Gleiches gilt für den Geist (Umfeld, Medien, Konsum…). Man sollte generell darauf achten mit was man sich umgibt und woraus man sein Wissen zieht.

2. Vihar: Die zweite Säule des Yogas beschreibt den in unserer schnelllebigen Welt oftmals zu kurz kommenden Punkt: Ruhe und Entspannung. Hier geht es darum wieder achtsamer mit seinem Körper umzugehen und ihm die nötige Ruhe zu geben. Wichtig ist genau hinzuhören. Welche Signale des Körpers unterdrücken wir? Man sollte schlafen gehen, wenn man müde ist und Pausen einlegen um durchzuatmen, wenn die Konzentration nachlässt. Auch geht es bei diesem Punkt um gute und gesunde Hobbies, die das Beste in der Persönlichkeit des Einzelnen hervorbringen. Ziel ist es jeden Tag bewusst Zeit hierfür zu schaffen. Logischerweise ist Partyfeiern, Alkohol- und Zigarettenkonsum etc. nicht der beste Zeitvertreib, um einen Schritt in Richtung Gesundheit und Balance zu tun. Mit diesem Punkt hatte ich immer meine Schwierigkeiten, da ich dachte es macht mich glücklich zu feiern und dabei alles rauszulassen, was ich so angestaut habe. Naja, nun weiß ich, dass wenn sich nichts mehr ansammelt man auch nichts mehr rauslassen muss. Vier Wochen ohne jeglichen Stimulanzien haben meine Gedanken auch wieder geordnet und meinen Blick dafür geschärft was mir wirklich guttut.

3. Achar: Dies bedeutet nach einer geregelten Routine leben. Achar ist der ayurvedische Tagesablauf. Laut Ayurveda gibt es drei Doshas (Naturgewalten/Elemente) – nämlich: Wasser und Erde (kapha), Feuer (pitta) sowie Luft (vata). Man kann sagen, dass bei jedem Menschen ein bestimmter Doshatyp vorherrschend ist und auch, dass sich diese drei Doshas in den Tageszeiten (Tag und Nacht unter dem Einfluss von Sonne und Mond) wiederfinden. Jedes Dosha wiederholt sich zwei Mal täglich. Ebenfalls trägt jeder Mensch seine individuelle Doshamischung in sich. Wir sind alle Einheiten der Natur (auch wenn wir Menschen uns gerne als etwas Besseres und Größeres sehen), die uns umgibt. Alles was auf der Welt existiert, findet sich auch in uns wieder, denn wir sind aus ihr entstanden. Wenn wir uns also wie die Elemente verhalten und uns der ayurvedischen Tageszeit anpassen, können wir ausgeglichener leben.

Kaphazeit: 06:00 a.m. – 10:00 a.m.: Kapha ist den Elementen Erde und Wasser zugeordnet. Diese Elemente sind schwer. Man fühlt sich nicht wirklich wach, wenn man in dieser Zeit aufsteht. Der Körper ist träge. Steht man vor dieser Zeit auf (in der Vatazeit), ist man den Tag über entspannter und aktiver. Man soll in dieser Zeit auch nicht so viel essen, da die Verdauung nach dem Schlaf noch nicht auf Hochtouren läuft. Ein leichtes gesundes Frühstück ist der beste Start in den Tag.

Pittazeit: 10:00 a.m. – 02:00 p.m.: Pitta steht für das Element Feuer. In dieser Zeit sind der Verstand und der Körper am aktivsten. Man fühlt sich leistungsstark und kann sich besser konzentrieren. In diesem Zeitraum soll man die größte Mahlzeit des Tages zu sich nehmen, da der Körper nun auch die Nahrung optimal verwerten/verbrennen kann.

Vatazeit: 02:00 p.m. – 06:00 p. m.: Hier wird das Element Wind beschrieben. Man soll nach einer Ruhepause, zwecks Verdauung in dieser Zeitspanne, seine Pläne für den nächsten Tag machen. Dies ist auch der beste Zeitraum, um sportlichen Aktivitäten nachzugehen.

 

                         Nach 12 Stunden beginnt der Zyklus von vorne                                              

 

Kaphazeit: 06:00 p.m. – 10:00 p.m.: Da kapha bekanntermaßen für Schwere steht, soll man in dieser Zeit nur ein leichtes Abendessen zu sich nehmen. Dies gilt jedoch für den Beginn dieser Zeitspanne. Besser ist es noch in der Vatazeit etwas zu Abend zu essen. Danach sollte man nichts mehr essen. In diesem Zeitraum fällt es einem leicht einzuschlafen.

Pittazeit: 10:00 p.m. – 02:00 a.m.: Wie bereits oben erwähnt nimmt hier das Element Feuer Einfluss auf den Körper. Hier sollte man besser bereits schlafen, da nun der Körper beginnt die Organe (vor allem die Leber) zu reinigen und Giftstoffe abzutransportieren. Dafür benötigt er Ruhe und Erholung. Interessanterweise hat mein Papa dies nach seinem Herzinfarkt in der Reha gelernt. Also wer in dieser Zeit schläft, bleibt gesünder. Nicht gut ist es in dieser Zeit Alkohol zu trinken oder andere Giftstoffe zu sich zu nehmen – logisch, wenn gerade dann der tägliche Reinigungsprozess stattfindet. Zudem ist diese Zeitspanne erwiesenermaßen die, in der der tiefste Schlaf möglich ist.

Vatazeit: 02:00 a.m. – 06:00 a.m.: Hier nimmt das Element Wind Einfluss. Man träumt sehr viel in dieser Zeit. Kurz vor 06:00 Uhr sollte man aufstehen und den Tag mit Meditation beginnen. Hierfür ist morgens die beste Zeit. Dies hilft tagsüber einen klaren Kopf zu behalten.

4. Vichar: Die letzte Säule des Yogas bezieht sich auf die mentale Einstellung. Man sagt, wenn man die vorherigen drei Säulen befolgt, ändern sich die Gedanken. Man hat bessere, sinnvollere Gedanken und fühlt sich logischerweise auch ausgeglichener. Man sagt auch, dass hierdurch eine Balance erreicht wird, die man zuvor nicht kannte und die einem hilft mit den Prüfungen des Lebens besser umgehen. Nichts bringt einen so schnell aus dem Konzept, wenn man gewisse Routinen in seinen Tagesablauf involviert. All das konnte ich nach der kurzen Zeit der Ausbildung bereits bestätigen. Ich fühlte mich viel entspannter und glücklicher. Das war und ist eine beeindruckende Erfahrung, wie schnell sich diese kleinen Veränderungen positiv auswirken können. Manchmal muss ich schmunzeln, wie einfach das Ganze doch sein kann und wie richtig es sich anfühlt. Diese kleinen Dinge, die jeder für sich tun kann, haben einen richtig großen Einfluss auf das Wohlbefinden. Viele große Yogalehrer haben ein hohes Alter bei langer körperlicher und mentaler Gesundheit erreicht. Dies ist sicherlich auch auf die gesunden täglichen Routinen zurückzuführen. Meiner Einschätzung nach liegt genau dort der Schlüssel zum Erfolg für anhaltendes Glück, Zufriedenheit und Gesundheit.

Namaste***

 

 

Teil 15: Yogatheorie und süße Mangos!

I. Yogatheorie: Teil 1 Die Basics:

Woher kommt Yoga und was bedeutet es? Um das Jahr 4000 vor Christus haben sich sieben heilige Rishis (die Saptarishis – sieben Gelehrte im Hinduismus) mit den Themen Natur, des Lebens und der Seele etc. befasst. Es wurde alles darüber erforscht und niedergeschrieben. Diese heiligen Schriften wurden Veden genannt – sie waren sozusagen die damalige Enzyklopädie der Hindus. Heute gehören Sie zum UNESCO Weltkulturerbe. Aus diesen Schriften haben sich die Upanishaden (ebenfalls heilige Schriften) entwickelt. Hier wurde das Wissen der Veden nochmals neu aufgegriffen und weiter aufgegliedert, in die Praxis umgesetzt und vertieft. Diese Texte dürften zwischen 700 und 500 v. Chr. entstanden sein. In den Upanishaden wurde die Basis dessen formuliert, was auch noch Jahrhunderte später die Philosophie und Religion Indiens bestimmte: die Lehre von Atman und Brahman, Samsara und Karma. Insbesondere die 10 Mukhya Upanishads (Haupt-Upanishaden) haben den späteren Hinduismus geprägt. Daraus entwickelten sich die bereits oben erwähnten sechs indischen Philosophien (Nyaya, Visheshika, Mimasa, Sankhya, Yoga und Vedanta ) und letztendlich wurden die Yogasutras nach Patanjali (Patanjali wird auch als Vater des Yogas bezeichnet) und die Bhagavad Gita (das Lied von Gott – ein Buch in Dialogform über die Yogaphilosophie) geschrieben. Basis sind immer die alten heiligen Schriften und Überlieferungen. Auf die beiden zuletzt genannten Werke baut jedoch das klassische Yoga auf. Dazu später mehr.

Warum übt man also Yoga? Yoga bringt Körper, Geist und Seele in Einklang. Das Hauptaugenmerkt liegt darauf diese Balance zu erreichen und zu erhalten, indem man gewissen Regeln folgt. Wie bereits erwähnt ist Yoga nicht nur das Üben von Asanas. Diese kann man jederzeit zur körperlichen Stärkung üben. Wer aber tiefer in die Materie Yoga einsteigen möchte, sollte sich bei einem Yogalehrer ausbilden lassen. Es geht um spirituelles Wachstum, um das Erkennen und Ablegen alter und ungesunder Gewohnheiten und Muster.

Die beste Möglichkeit, um ungestört Einblicke in die Yogaphilosophie zu erlangen, ist in ein Ashram zu gehen (= ein Ort abgeschieden von der Außenwelt, an welchem man den Lehren eines Gurus (Lehrers) mit Konzentration und ohne Ablenkung folgt). Was man hierbei ganz schnell merkt ist, dass Yoga keine egoistische „Ich-werde-jetzt-mal-glücklich-und-mir-ist-egal-wie-es-den-anderen-geht-Einstellung, ist. Nein, beim Yoga geht es ausschließlich darum, wie man selbst wachsen kann und seinem Umfeld damit Gutes tun. Wichtig ist, dass man immer das Kollektiv betrachtet. Jeder sollen davon profitieren können, denn wir sind alle eins.

Ausschlaggebend für den Erfolg beim Üben ist die mentale Einstellung. Diese beginnt bereits bei den Basics, wie z.B. dem yogischen Gruß: NAMASTE. Namaste bedeutet: Ich sehe das Licht in Dir. Hier geht es nur um das Licht. Wir erkennen sozusagen nur unsere guten Seiten und verurteilen einander nicht, wir vergleichen nicht. Wir akzeptieren denjenigen wie er ist und suchen nicht nach seinen Fehlern und Schwächen. Man kann sagen, dass jeder Mensch der nach Gutem, sucht letztendlich Yoga übt. Es geht um Selbst- und Nächstenliebe.

Meine Lehrerin Jeenal hatte dazu eine sehr schöne Metapher:

Yoga ist wie eine sehr süße Mango.

Jeder der einmal eine solche Mango gegessen hat, weiß genau was ich meine. Die Süße, der tolle Geschmack und das Gefühl, welches man damit verbindet (wer Mangos nicht mag – kaum zu glauben ;-), soll sich bitte eine Frucht vorstellen, die ihm besonders gut schmeckt). Aber woher kommt diese leckere Frucht? Was ist nötig um ihre Süße zu genießen? Viel harte aber auch logische Arbeit – nichts Abstraktes! Der Baum muss gepflegt und bewässert werden. Er benötigt einen guten Boden und Sonne. Dann kann er wachsen, gedeihen und letztendlich durch kontinuierliche Pflege diese wundervollen Früchte tragen. Genauso ist es mit Yoga. Man soll mit den Basics beginnen, sich ein starkes Fundament schaffen und zu Beginn seine ganze Aufmerksamkeit dorthin lenken. Danach kann man weitere Schritte erlernen und wie bereits in der Mangometapher beschrieben, ebenfalls wachsen und glücklich werden. Das alles liegt so nahe und ist so einfach und manchmal doch so schwer in der Umsetzung, da wir uns gerne an unsere selbstzerstörerischen Tendenzen festkrallen. Es ist ganz normal, dass Mensch Angst hat sich zu verändern, da er seine Komfortzone verlassen und Neuland betreten muss. Aber diese Angst lässt sich auflösen. Demnächst mehr dazu.

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Teil 14: Was ist Yoga?? Ich hatte keine Ahnung…

So nun möchte ich euch die wichtigsten Eckpunkte aus der Yogatheorie natürlich nicht vorenthalten. Als ich im Ashram ankam waren mir viele Dinge noch nicht wirklich klar. Ich wusste nur, dass ich diese Ausbildung machen möchte, um mehr über Yoga und meine Hoffnung war, dadurch letztendlich mehr über mich zu erfahren. Für mich lag der Fokus beim Yoga bis dahin auf dem rein körperlichen Aspekt. Ich habe mich beim Üben der Asanas immer richtig toll und ausgeglichen gefühlt und gespürt, dass da noch mehr sein muss aber der richtige Zugang hat mir noch gefehlt. Dass der wahre Grund Asanas zu üben eine Vorbereitung auf die Meditation ist, diesen Zusammenhang verstand ich erst später…

Im Vorfeld hatte Daniel allen Teilnehmern einen Artikel zur Vorbereitung auf die Ausbildung zukommen lassen, welcher das moderne mit dem klassischen Yoga vergleicht. Der Autor (Swami Jnaneshvara Bharati) nimmt dazu sehr kritisch Stellung zur aktuellen Sichtweise des Yoga in der modernen westlichen Welt. Er beschreibt hier, dass das moderne Yoga wenige Gemeinsamkeiten mit dem authentischen, klassischen Yoga hat. Es wird heute als eine Art Gelddruckmaschine missbraucht. Auch wird mit den Ängsten der Menschen gespielt. Die Menschen sehnen sich in der heutigen stressigen Welt nach Gesundheit und Balance, da sie spüren, dass sie sich immer weiter von ihrer Essenz entfernen und gegen ihre Natur handeln. Damit wird das schnelle Geld gemacht…mach ein paar Asanas und Du bist geheilt…dein Leben ist wieder in Balance etc. Es werden die abenteuerlichsten Yogastile am Wellnessmarkt angeboten, welche jedoch wenig mit dem ursprünglichen Gedanken zu tun haben. Auch wird hier die Begrifflichkeit ganz falsch verwendet. Tatsächlich ist  Yoga eine der sechs indischen Philosophien (Nyaya, Visheshika, Mimasa, Sankhya, Yoga und Vedanta). Asansas sind, wie bereits erwähnt, nur ein ganz kleiner Teil vom großen Yogakuchen. Dies wird leider komplett missverstanden. Viele Schulen bieten sogenannte Yogaklassen an und üben in diesen nur Asanas. Tatsächlich geht es jedoch beim klassischen Yoga um einen Lebensstil, welcher zur Verbesserung der mentalen und körperlichen Gesundheit beiträgt und demjenigen, der kontinuierlich übt, zur Balance in jeglicher Hinsicht verhilft. Diesen Artikel sollten wir im Vorfeld lesen und Fragen dazu beantworten. Alles in allem habe ich für mich dabei herausgefunden, dass auch ich wirklich keinerlei Ahnung davon hatte was Yoga ist. Für mich war es eine Möglichkeit in Shape zu kommen und dabei noch etwas relaxter als sonst zu sein. Das war aber auch das höchste der Gefühle und mehr kann man von einer reinen Asanasklasse auch nicht erwarten. Doch wer das wahre Yoga sucht, der findet es auch…mein Blick hierauf sollte sich somit schnell ändern.

Anbei der wirklich interessante Text zur Vorbereitung auf die Ausbildung und ein Schaubild des achtgliedrigen Yogapfades nach Patanjali, woraus man bereits erkennt, dass Asanas nur ein geringer Teil der Yogaphilosophie sind.

Modern vs traditional yoga

Erkältung? NEIN DANKE! :-)

Wer kennt es nicht. Am Anfang ist es nur ein kurzes Kribbeln in der Nase, kurz darauf beginnt die Nieserei und schon gehts innerhalb kürzester Zeit so richtig los. Der Hals tut weh, die Nebenhöhlen sind verstopft und der Kopf brummt. Voila: eine dicke fette Erkältung. Wenn man Glück hat, dann kommt sie drei Tage, bleibt drei Tage und geht 3 Tage. Wenn man Pech hat dauert es länger oder es kommen noch unangenehme Begleiterscheinungen dazu. Das braucht doch wirklich kein Mensch und dagegen ist auch definitiv ein ayurvedisches Mittelchen gewachsen. Hier das Rezept für meinen Antierkältungstrank. Damit habe ich schon so einige Bazillen erfolgreich abgewehrt. Unbedingt bei den ersten Anzeichen damit beginnen und zwei Mal täglich (morgens und abends) trinken. ES WIRKT und zudem ist es noch ganz ohne Chemie.

Zutaten:
200 ml Wasser zum Kochen bringen und dann eine Weile abkühlen lassen. Das Wasser sollte warm aber nicht mehr heiß sein. Damit es eben gut trinkbar ist. Dies für die Enzyme des Honigs wichtig. Bei zu hohen Temperaturen werden sie nämlich zerstört.
1 TL Kurkumapulver (Bioqualität), wenn ihr frisches Kurkuma bekommt, dann einfach noch ein paar geschälte Scheiben dazu geben.
1 kleines Stück Ingwer (Bioqualität) geschält und in Scheiben schneiden
¼ TL Cayenne Pfeffer (jaaa ich weiß, dass ist scharf aber das soll es sein, denn deshalb wirkt es auch antibakteriell)
Saft ½ Biozitrone
1 TL Biohonig

Alle Zutaten in einer großen Tasse gut miteinander vermischen und Prost!

Good bye Erkältung, hallo Gesundheit!

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Teil 13: Große Erwartungen…

Selbstverständlich habe ich für die Ausbildung zur Yogalehrerin nicht gerade wenig Geld bezahlt und dementsprechend auch eine gewisse Erwartungshaltung im Vorfeld an den Tag gelegt. Im Nachhinein kann ich sagen, dass dieser Kurs jeden Cent wert war und man es in Geld überhaupt nicht aufwiegen kann, was man dort alles lernt. Ich kann ganz klar sagen, dass alle meinen Erwartungen übererfüllt wurden.

Als ich Daniel Anfang 2013 zu den Details des Teachertrainings per Email das erste Mal kontaktiert habe, hat er mir geschrieben, dass die Teilnehmer die dort gemachten Erfahrungen und Erlebnisse oftmals als lebensverändernd beschreiben. Viel mehr hat er mir damals noch nicht verraten – nun weiß ich was er meinte. Lebensverändernd bedeutet in diesem Fall den Schleier zu lüften, der uns oftmals gar nicht mehr bewusst ist. Wir leben einfach, so wie es das Umfeld oder wir selbst von uns erwarten. Oftmals gefangen in einem Hamsterrad, sich wiederholender Routinen, die uns den wahren Fokus verlieren lassen – den auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Aber was sind diese wichtigen Dinge? Was tut wirklich gut, was tut man für sich und geht man achtsam mit sich und anderen um? Hinterfragen wir dies denn regelmäßig und falls ja, wohin führt uns der von uns gewählte Lebensstil oder fühlt sich die eingeschlagene Richtung noch gut an? Sind wir glücklich und leben wir intensiv oder blenden wir aus – versuchen wir zu vergessen bzw. kompensieren und verdrängen wir? Ich denke, dass jeder sich die Frage nach dem Sinn des Lebens bereits in irgendeiner Form gestellt hat. Was der individuelle Sinn des Einzelnen ist, definiert jeder selbst. Ich bin jedoch mittlerweile fester Überzeugung, dass wir alle nach einem ähnlichen Muster funktionieren, dass es eine gewisse Grundwahrheit gibt, die die Basis – das Fundament für ein glückliches Leben bildet. Leben wir gegen unsere Natur, können wir kein Glück finden. Leben wir hingegen im Einklang mit uns und ruhen in uns selbst, stehen die Türen zum Glück zumindest ganz weit offen. Auf diese Punkte gehe ich später im Rahmen der Yogabasics genauer ein.

Was ich sehr schön fand war, dass ich nie den Eindruck hatte, dass Daniel und Jeenal den Kurs des Geldes wegen anbieten oder dass sie einem ihren Stempel aufdrücken wollen. Die beiden haben große Freude ihr Wissen zu teilen und die passenden Antworten findet jeder Yogaschüler für sich. Ich hab mich so gerne von ihren Erlebnissen und Erfahrungen und dem Enthusiasmus, den sie dabei übermitteln, mitreißen lassen.

An Tagen, an denen es mir mal nicht so gut ging und ich kurz hinterfragt habe, warum ich das eigentlich alles mache, waren es diese positiven Menschen und ihre unerschöpfliche Energie, die mich ganz schnell wieder auf den richtigen Weg gebracht haben und alle Zweifel waren vergessen.

Nun möchte ich euch, bevor ich auf die gelernten Inhalte eingehe, ein paar detaillierte Information dazu geben, wie der Kurs genau ablief. Wir hatten einen Tagesplan der wie folgt ausgesehen hat (samstagmittags und sonntags hatten wir Freizeit):

 

Zeit Aktivität
05:45 Aufstehen und Anziehen
06:30 –  

07:00

Morgenmeditation:   Konzentration auf die Atmung. Sich wirklich einmal am Tag komplett nach innen   richten und Sorgen loslassen, Mantras singen
07:00 –

08:30

Asanas: Lernen und Lehren der Yogaübungen
08:30 –

10:15

Frühstück und   Pause zum Selbststudium
10:15 –

11:15

Theorie/Philosophie Daniel. Hintergründe zu Yoga. Woher   kommt Yoga und wie wirkt es. Was sind die verschiedenen Yogastile, wie definiert   sich der yogische Lebensstil etc.
11:15 –

11:30

Kurze Pause
11:30 –

12:30

Theorie/Philosophie/Techniken Jeenal. Atemübungen – Pranayamas,   Yogasutras, Hintergründe, Bedeutung
12:30 –

13:30

Mittagessen und   Pause
13:30 –

14:00

Yogarelaxationklasse. Yogaentspannung nach dem   Mittagessen
14:00 –

15:00

Theorie/Philosophie/Techniken   Jeenal. Atemübungen – Pranayamas, Yogasutras, Hintergründe, Bedeutung
15:00 –

15:30

Pause
15:30 –

17:00

Theorie/Philosophie/Techniken Jeenal. Atemübungen – Pranayamas, Yogasutras, Hintergründe, Bedeutung
17:00 –

18:30

Asanas: Erklärungen zu den Yogaübungen. Wie führt man   diese mit Atmung richtig aus und was sind die körperlichen Einschränkungen   und die Vorteile
18:30 –

19:30

Abendessen. Nach  dem Essen hatte man Zeit Kontakt mit der Familie, den Freunden aufzunehmen. Das Internet wurde erst abends aktiviert. Auch das Selbststudium war für diese Tageszeit vorgesehen. In der Bücherei gab es alle möglichen Yogabücher und Hintergrundinformation. Wer seine Wäsche waschen oder Einkäufe erledigen wollte, konnte ins nächste Dorf laufen (Fußmarsch insgesamt ca. 1 Stunde).
21:30 Schlafenszeit. Um diese Zeit sollten die Lichter   ausgeschaltet werden. Dies wurde jedoch nicht so streng gehandhabt. Wer   länger aufbleiben wollte, konnte dies tun. Morgens hat man es bereut J

Teil 12: Step out of your comfort zone…

So nun zu den wundervollen Menschen, die ich während meines Kurses näher kennenlernen durfte und zu ihren Hintergründen:

Ione: 34 Jahre, Spanierin, die mit ihrem halb indischen halb holländischen Ehemann in Singapur lebte und ursprünglich aus San Sebastian kommt. Sie ist sehr ruhig und liebenswert. Während der Ausbildung war sie oft traurig, da sie ihren Mann vermisste. Wenn sie nach dem Kurs zurück in der Heimat fliegt findet die große kirchliche Hochzeitsfeier in San Sebastian statt und dann geht’s für die beiden wohl beruflich nach Südkorea oder doch irgendwo ganz anders hin;

Molly: 24 Jahre, meine Mitbewohnerin und einer der lustigsten Menschen, den ich jemals getroffen habe – verpeilt, offen und nicht wirklich amerikanisch. Sie wohnt schon länger in Thailand und ist Englischlehrerin. Mit 18 flog sie alleine für 3 Monate nach Spanien. Von wegen Amis sind prüde – im Zimmer läuft sie vom ersten Moment an halb nackt herum, lässt die Tür zur Toilette offen und redet dabei mit mir, als wäre es das Normalste auf der Welt – herrlich. Wir verstehen uns von Anfang an hervorragend. Sie ist wie eine kleine Schwester für mich, von der ich noch eine Menge an Gelassenheit lernen konnte J;

Jaime: 25 Jahre, Amerikanerin aus NY – hat mehrere gemeinnützige Projekte in El Salvador betreut und ist ein sehr herzlicher, intelligenter und offener Mensch, sie arbeitet viel mit Kindern aus armen Familien. Im Sommer zieht sie nach Costa Rica, um an der University of Peace zu studieren – wir sind eingeladen sie im November zu besuchen. Dies werden wir auch tun. Ich freue mich schon heute auf ein Wiedersehen mit dieser wunderschönen Seele;

David: 27 Jahre, Luxemburger, der in seinem früheren Leben mal bei einer Investmentbank gearbeitet hat und seinen Job aufgab, um die Welt zu sehen. Er ist alleine zum Basiscamp am Mount Everest aufgestiegen, war als Backpacker in fast allen Ecken der Welt und reist bereits seit 7 Monaten durch Asien. David liebt das entspannte Leben und ruht sehr in sich selbst. Das hat mich total beeindruckt;

Lauro: 52 Jahre, unser Daddy aus Italien. Er hat kurz vor der Ausbildung extra einen Englischkurs absolviert. Sein Englisch ist wirklich witzig und klingt oft ruppig, obwohl er es immer NUR gut meint. Er arbeitet als Masseur in einem Hotel in der italienischen Schweiz. Ein wirklich warmherziger, lustiger und sehr liebenswerter Mensch, der einem viel zu geben hat. Ich habe ihn sofort in mein Herz geschlossen;

Kari: 23 Jahre, aus Norwegen, so ziemlich die mutigste Frau, der ich in meinem Leben bisher begegnet bin. Sie reiste bereits alleine durch den mittleren Osten, trampte durch Europa und fuhr als Crewmitglied mit einem kleinen Schiff von Norwegen nach Südamerika. Sie hat als Gegenleistung für die Überfahrt auf dem Schiff hart gearbeitet. Gleichzeitig eine ganz sensible und sehr tiefgründige Person – sie hat Angst vorm Reden halten und mag es nicht im Mittelpunkt zu stehen;

Carina: 24 Jahre, auch Norwegerin und Karis Freundin. Die beiden haben sich bei einem Hilfsprojekt in Indien kennengelernt und sind seitdem gute Freunde. Carina lebte bis vor kurzem noch in Kalifornien und war sofort hin und weg, als sie von Karis Plänen, die Yogalehrerausbildung in Thailand zu machen, erfuhr – sie buchte Flug und Kurs und kam direkt nach. Auch Carina ist sehr offen und wirkt für ihr Alter sehr reif und erwachsen, was mir mal wieder zeigt, dass das Alter auch nur eine Zahl ist;

Norely: 25 Jahre und aus Mexiko, eine ganz herzliche und tiefgründige Person. Sie hat bereits eine Ausbildung als Thaimassagelehrerin in Chiang Mai absolviert. Norely ist sehr sensibel und sehr ruhig. Sie ist so und das ist schön. Man kann mit ihr Schweigen und fühlt sich wohl dabei. Sie möchte nach ihrer knapp einjährigen Asienreise mit Freunden ein Restaurant in Mexiko am Strand eröffnen. Ihren Job als Erzieherin hat sie aufgegeben. Als Abschiedsgeschenk hat sie uns allen Glücksteine aus Mexiko und eine persönliche Botschaft überreicht;

Vanessa: 40 Jahre, aus Frankreich, war die letzten fünf Jahre Restaurantbesitzerin in der Bretagne. Der Job war sehr hart und sie hatte kaum Freizeit. Das hat ihr viel Kraft geraubt. Zuvor hat sie bei Jordan Air als Stewardess gearbeitet und dabei viel von der Welt gesehen und erlebt. Nun reist sie durch Asien und weiß nicht wie lange sie noch bleiben möchte. Auch Vanessa ist Thaimassagelehrerin und ein sehr offener und liebenswerter Mensch. Wir haben uns oft wirklich gut und tiefgründig unterhalten. Vanessa hat einen Tag vor Kursbeginn entschieden teilzunehmen, da sie ganz zufällig im Internet auf WLYA gestoßen war;

Milles: 27 Jahre, halb Amerikaner und halb Südkoreaner mit deutschen Wurzeln. Er lebt seit 4 Jahren in Südkorea, obwohl es ihm dort nicht so gut gefällt. Er berichtete während unserer gemeinsamen Zeit im Ashram oft von der sehr kühlen Mentalität der Südkoreaner. Alles dreht sich um Äußerlichkeiten, den Erfolg im Job und das Ansehen. Menschliche Wärme ist schwer zu finden – diese wird vielmehr als Schwäche ausgelegt. Ich mag Milles sehr gerne. Er erzählte, dass er aufgrund der vielen Arbeit und der menschlichen Kälte oftmals unglücklich ist. Er hofft sehr, dass Yoga ihm hilft wieder Balance zu finden. Leider kann er sich nicht so öffnen, wie wir anderen. Dennoch denke ich, dass er sehr viel mitgenommen hat und in Zukunft mit Stress besser umgehen kann.

Ja, das war in ein paar kurzen Stichworten mein Umfeld für die darauffolgenden vier Wochen. Viele interessante Menschen von überall auf der Welt mit den unterschiedlichsten Hintergründen und Lebensstilen. Ich bin sehr dankbar, dass ich diese Menschen näher kennenlernen durfte und mit ihnen ein großartiges Erlebnis geteilt habe, das ich niemals vergessen werde. Hierzu hat vor allem die wunderbare Atmosphäre im Ashram, die Daniel (35) und Jeenal (32), unsere beiden Lehrer, geschaffen haben, beigetragen. Es gab absolut keinerlei Differenzen zwischen uns. Wir haben uns alle wirklich zuhause gefühlt. Daniel und Jeenal sind fantastisch. Die beiden haben sich während Daniels Yogalehrerausbildung im Yogainstitut in Mumbai kennengelernt, verliebt und kurze Zeit später geheiratet. Jeenal ist als Inderin ein wahres Yogababy und damit groß geworden. Sie praktiziert dies ihr ganzes Leben lang und man merkt, dass sie es im Blut hat. Sie kommt aus einer sehr traditionellen indischen Familie und erzählte uns, dass sie noch nie abgepacktes Essen gegessen hat. In ihrer Kindheit wurde immer frisch gekocht und großen Wert auf gesunde ayurvedische Ernährung gelegt – ich frage mich wie das wohl so ist und kann es mir nur schwer vorstellen.

Zu Beginn des Kurses hat sie auf mich kurzzeitig etwas introvertiert und streng gewirkt, was ich aber sehr schnell revidiert habe. Jeenal ist tiefgründig und nicht introvertiert. Sie ist eine tolle und starke Frau. Sehr belesen und intelligent. Sie teilt gerne ihr Wissen und gibt so viel sie kann an uns weiter. Dazu muss sie kein Aufsehen erregen. Sie tut dies in ihrer einzigartigen ruhigen Art. Dennoch brodelt eine Menge Leidenschaft in ihr. Selbst eine Erkältung und Fieber während des Kurses halten sie nicht davon ab mit uns zu singen, zu üben und den ganzen Tag Vorträge über die Yogaphilosophie zu halten. Ich habe Sie sehr schnell in mein Herz geschlossen und vertraue ihr. Jeenal leutet von innen – solch eine tolle Ausstrahlung habe ich selten bei jemandem wahrgenommen.

Das Gleiche gilt für Daniel. Er ist Brasilianer und superlustig, aktiv und sehr intelligent. Daniel hat uns auch aus seinem Leben vor Yoga erzählt. Er hat wilde Partys mit seinen Freunden gefeiert und er sagt von sich selbst, dass er mal ein Bad Guy war. Damals wusste er nicht wie er seine Energie richtig nutzen konnte. Schließlich begann er in Brasilien einen Ashtangayogakurs  (Poweryoga). Diese schnelle Bewegungsabfolge, die zum heutigen sehr modernen und nicht zum klassischen Yoga gehört, half ihm ruhiger zu werden. Er hat sich ausgepowert und meinte damals, dass ihm Yoga guttut. Letztendlich hatte er, wie er selbst sagt, zu dieser Zeit noch keine Ahnung was klassisches Yoga tatsächlich ist aber sein Interesse an Yoga war zumindest geweckt. 2004 verkaufte er alles war er hatte und ging nach London, um dort mehr über Ashtangayoga bei einem Lehrer zu lernen. Schnell fand er heraus, dass dies nicht das richtige Yoga ist und er die Antworten, die er hoffte zu finden, dort nicht fand. Er reiste nach Indien und landete im Yogainstitut Mumbai, der ältesten Yogaschule der Welt, wo er seine Ausbildung zum Yogalehrer begann. Er kehrte nicht wieder in sein altes Leben nach Brasilien zurück sondern blieb in Indien und lernte Jeenal kennen. Er absolvierte dort alle notwendigen Yogakurse um eine sehr weitreichende Trainerqualifikation zu erlangen. Gemeinsam mit Jeenal gründete er WLYA und bereiste mit ihr die ganze Welt, um Menschen als Yogalehrer auszubilden. Ich habe selten Menschen mit einem so breitgefächerten Wissen getroffen. Die beiden sind sehr belesen und interessiert – sie sind positiv kritisch und halfen mir sehr, alte Muster abzulegen und die Augen zu öffnen für das was im Leben wirklich zählt. Ich bin ihnen sehr dankbar. Sie haben mir in vielen Dingen und auf ganz sanfte Art und Weise gezeigt, dass es mehr gibt und dass man nicht denken soll man weiß bereits alles, dass man alte Muster loslassen kann und dass Veränderung nicht weh tut, dass sie vielmehr Spaß macht.

***Step out of your comfort zone and see where the magic happens!!***

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Matcha my new love….

…ich habe etwas Neues entdeckt und ich möchte euch dies auf keinen Fall vorenthalten – nämlich Matcha-Tee….oder besser gesagt Matcha-Soja-Latte – so schmeckt er mir am besten.  Matcha kommt ursprünglich aus Japan und ist ganz fein vermahlenes Grünteepulver, welches dort seit Jahrhunderten in Teezeremonien getrunken wird.  Der Tee ist eine echte Alternative zum Kaffee, denn er macht ebenfalls richtig fit (vor allem sehr langanhaltend) und ist zudem noch gesund. Außerdem schmeckt er natürlich fantastisch. Ich selbst mag Kaffee ab und zu ganz gerne, habe aber leider des Öfteren Probleme mit der Verträglichkeit. Matcha macht mich ebenfalls richtig wach aber mein Magen rebelliert nicht und ich bin auch nicht so aufgedreht sondern einfach nur richtig schön fit 🙂

Hier nun ein paar Infos zu den Eigenschaften von Matcha und der Zubereitung. Charakteristisch ist die kräftige grüne Farbe des Teepulvers.

1 bis 2 Gramm des Pulvers werden in eine Matcha-Schale gegeben, mit 60 bis 100 ml heißem Wasser übergossen und mit einem Bambusbesen, Cha-sen genannt (seht ihr auf dem Foto unten), schaumig geschlagen. In der traditionellen Teezeremonie muss es sich um ca. 75 bis 80 Grad heißes, weiches Wasser handeln; je höher und fester der Schaum, desto besser ist der Tee gelungen.

In der japanischen Teezeremonie gibt es neben der Zubereitung starken Tees, koi-cha, mit viel Teepulver und wenig Wasser auch die Zubereitungsart des dünnen Tees, usu-cha, bei dem Matcha mit entsprechend viel Wasser aufgebrüht und gerührt wird.

Des Weiteren kann Matcha als Zutat beim Backen oder auch für Mischgetränke verwendet werden. Ich persönlich mag ihn am liebesten als Matcha-Soja-Latte. Dazu schlage ich den Tee wie oben beschrieben mit dem Cha-sen schaumig und schäume warme Sojamilch (diese lässt sich übrigens besser als normale Milch aufschäumen) in einem Glas auf. Der Tee selbst hat eine leicht süßliche Note – ich gebe hier aber immer gerne noch etwas Agavendicksaft zum Süßen hinzu. Den schaumig geschlagen Tee gieße ich dann in das Glas mit der aufgeschäumten Milch. 🙂

Neben dem wirklich leckeren Geschmack hat Matcha auch noch weitere Pluspunkt für unsere Gesundheit. Folgende Nährstoffe sind darin enthalten:

  • Koffein und Aminosäuren (besonders L-Theanin), d.h. für den Körper sehr verträglich gebundenes Koffein)
  • Catechine, inklusive EGCG, Antioxidantien (Matcha beinhält etwa 137 Mal mehr des Antioxidants und Haupt-Catechins EGCG als sonstiger grüner japanischer Tee und besitzt eine der höchsten ORAC-Werte überhaupt (Oxygen Radical Absorbance Capacity). Hier wurden 1384 TE/g gemessen, was zum Beispiel selbst gegenüber Acai-Beeren mit 1027 TE/g oder gar gegenüber Blaubeeren mit 24 TE/g extrem hoch ist.)
  • Chlorophyll
  • Proteine
  • Calcium
  • Eisen (10-17 mg Eisen / 100g!! Matcha zählt damit zu den eisenhaltigsten Lebensmitteln überhaupt)
  • Kalium
  • Beta-Karotin (gut für die Augen, Haut und Stoffwechsel)
  • Vitamin A (ebenfalls gut für Augen, Haut und Stoffwechsel – Matcha bringt den Stoffwechsel auf Hochtouren. Daher verliert man damit auch schnell mal 1-2 kg)

Den Matcha bezieht ihr am besten aus dem Interent oder beim Teehändler eures Vertrauens. Hier bitte unbedingt auf Bioquälität achten. Man kann sagen, je kräftiger die Farbe, desto besser die Qualität. Es gibt hier erhebliche Unterschiede, z.B. gibt es Matcha-Tee, welcher ausschließlich zum Backen und nicht für die Zubereitung als Tee geeignet ist. Einen guten Matcha bekommt ihr nicht unter 30 €. Meine Empfehlung ist: http://www.sunday.de/gruener-tee-matcha-tori-kotobuki.html

Lasst es euch schmecken!

Utensilien zur Zubereitung:

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Fertig gemischter Matcha-Soja-Latte:

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Teil 11: Mit der Tür ins Haus gefallen…

Das Center ist wirklich am Ende der Welt in einer Sackgasse gelegen. Es gibt nicht einmal eine richtige Straße sondern nur einen Schotterweg dorthin. Überall stehen Obstbäume und das tiefe Grün beeindruckt mich sehr. Wie schön es hier ist. Endlich kann ich mal wieder saubere Luft atmen. Ich nehme einen tiefen Atemzug – auch gegen die Aufregung. Es duftet angenehm frisch nach Blumen und Erde – die Stadt ist weit weg und damit auch die Geräuschkulisse. Man hört nur die Natur. Diese aber umso deutlicher. Geckos rufen, Vögel zwitschern und Grillen zirpen…es summt und brummt einfach überall. Herrlich – da bin ich nun. (naja, wie ich später noch herausfinden werde, hört man früh morgens die Lautsprecher des nahegelegenen Tempels plärren. Aber das gehört eben dazu).

Das ist mein Zuhause für die nächsten vier Wochen. Ich öffne langsam die Schiebetür zum Ashram und  werde herzlich von Angela, einer Wienerin mit pakistanischen Wurzeln, die im Yoga Institut Mumbai Santacruz ihren 1000-stündigen Yogalehrer gemacht hat, herzlich begrüßt. Im ersten Moment denke ich, dass sie eine weitere Trainerin bei Wise Living Yoga Academy (WLYA) ist. Wie sich später herausstellt ist sie dort, um mit den beiden Trainern Daniel und Jeenal das Wise Living Yoga Center in Chiang Mai aufzubauen – sie absolviert Karmayoga, was ungefähr so viel bedeutet, dass man seine Arbeit unentgeltlich für einen höheren Zweck tut. Sie hat bei den beiden in Mumbai gelernt und möchte nun etwas zurückgeben. Dieses Ashram ist nun der ständige Sitz von WLYA. Zuvor sind Daniel und Jeenal durch die Welt gereist und haben ihre Yogalehrerkurse auf fast jedem Kontinent angeboten. Wir sind die erste Gruppe, die dort in Chiang Mai, in der festen Lokation, den Kurs absolvieren wird.

Angela begrüßt mich freundlich und zeigt mir die Räumlichkeiten. Es nimmt mir etwas die Nervosität – sie spricht ja deutsch und zur Not könnte ich mich an sie wenden, wenn ich mit meinem Englisch mal nicht weiterkomme. Danach stellt sie mich meiner Mitbewohnerin Molly (Schweinhart J – eine Amerikanerin mit deutschen Vorfahren) vor. Molly ist super nett aber auch fremd und da ich an diesem Tag allem gegenüber noch etwas skeptisch bin, finde ich auch Molly mit ihrer engelsgleichen Stimme und dem breiten amerikanischen Englisch erst einmal komisch.

Die Angst überkommt mich erneut. Ich denke daran, dass ich jetzt nur noch englisch sprechen kann – naja, außer eben mit Angela…was mir aber im Kurs wenig helfen wird. Ich kann sie ja nicht ständig fragen. Ist mein Englisch, denn so schlecht? Mhmm, vielleicht bilde ich mir das auch nur ein. Außerdem sorge ich mich wegen der vielen Regeln und meine, dass es auch eintönig werden kann. Morgens früh raus, immer vegan essen, keine Süßigkeiten…(Zur täglichen Routine erkläre ich euch später mehr). Ich weiß ja auch nicht.

Irgendwie bin ich überfordert. Ich tue etwas Sinnvolles und gehe in unseren Bungalow zum Rucksackauspacken – vielleicht fühle ich mich dann heimischer. Die Anlage ist wirklich wunderschön. Überall blüht es und es gibt von allen Früchten, die ich besonders gerne mag mindestens einen Baum (später gönne ich mir öfter mal nach dem Essen einen kleinen Snack). Unser Bungalow ist sehr spartanisch eingerichtet aber auch wirklich schön und sauber. Selbstverständlich gibt es keine Klimaanlage oder einen Fernseher. Stattdessen einen Schreibtisch zum Studieren. Nachdem ich ausgepackt habe geht’s mir besser und ich nehme mir vor die Stimmung in der Bücherei etwas zu lockern 😉 Molly und Angela sitzen dort. Beim Versuch die Moskitoschutztür nach innen aufzudrücken (ich kenne solche Türen nur zum Drücken und in Deutschland steht ja außerdem auch immer dran, was genau zu tun ist) heble ich die gesamte SCHIEBETÜR aus den Angeln. Na klasse, ein superpeinlicher Auftritt. Am liebsten wäre ich im Erdboden versunken. Angela fällt vor Lachen fast vom Stuhl und auch Molly kann sich kaum halten. Das hab ich doch echt gut hinbekommen. Oh weh!! Mit vereinten Kräften versuchen wir die Tür wieder in die Schiene zu bekommen, leider ohne Erfolg. Als auch das thailändische Personal, das inzwischen zu Hilfe geeilt ist nicht weiterkommt, wird Daniel unser Trainer gerufen. Schön unser erstes Zusammentreffen. Das hatte ich mir irgendwie auch anders vorgestellt. Was er sich nun wohl denkt. Die kommt hier rein und macht gleich alles kaputt. Ich beobachte ihn aufmerksam als er die Tür repariert. Da ist absolut kein Groll. Er ist völlig entspannt und findet das Ganze eher lustig. Am kommenden Tag hat die Tür folgendes Schild: slide the door;-)

Nach dieser großartigen Aktion à la me (man soll sich ja mindestens ein Mal pro Tag blamieren, da dies das Selbstbewusstsein stärkt – jetzt weiß ich auch warum meins so groß ist ;-)),  gibt es Mittagessen und so langsam kommen alle anderen Kursteilnehmer an – Menschen von überall auf der Welt – alle mit sehr interessantem Background…

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